„LCHF wirkt sich bei Depressionen positiv aus“

„LCHF wirkt sich bei Depressionen positiv aus“

LCHF und Depression – dieses Thema kam über die große LCHF-Umfrage für Deutschland, Österreich und die Schweiz in mein Postfach. Ich bin immer wieder berührt, was ich da lesen darf. Danke an alle, die sich hier öffnen, die mir so offen Einblick geben, das ist wirklich großartig. Heute muss eine ganz besondere Geschichte an die Öffentlichkeit.

Auf die Frage nach weiteren positiven Begleiterscheinungen von LCHF, nach emotionalen Folgen und Erlebnissen, erhalte ich folgenden, in seiner Länge bislang ungeschlagenen Eintrag von Carola T. aus O., die mit Low Carb High Fat mehr als 25 Kilo abgenommen hat.

Hier noch ein kleiner Eindruck, wer da gleich spricht.

Carola im April 2011: Depression, Ernährung, Ernährungsumstellung, LCHF, Low Carb High Fat, gesund abnehmen, Stoffwechsel,   Carola im September 2015 Depression, Ernährung, Ernährungsumstellung, LCHF, Low Carb High Fat, gesund abnehmen, Stoffwechsel,

Carola erzählt eine LCHF-Geschichte wie aus dem Lehrbuch hinsichtlich ihren Zweifeln an Low Carb, der Entdeckung von Low Carb High Fat, der Umstellungsphase, ihrer Abnahme, den Reaktionen ihres Umfeldes und vor allem den Phasen der gesundheitlichen Entwicklung. Dies gepaart mit der zuvor durchlebten Depression – schon jetzt Chapeau, Carola. Aber lassen wir die 50jährige selbst berichten:

„Diagnostiziert wurde meine Depression Anfang 2008. Reaktiv, nach einer ziemlich üblen Mobbing-Situation am Arbeitsplatz, die über elf Monate andauerte. Damals war ich allerdings so aufgeputscht von der ständigen Angst, meine Mobber ’schaffen es‘, dass ich wochenlang nicht mehr gegessen und geschlafen hab.

Und dann war meine Batterie alle… mit einem BMI unter 18 und allen möglichen physischen und psychischen Symptomen einer schweren Depression. Ich blieb über ein Jahr krank zu Hause. Mit dem üblichen vollen Programm. Über 100 Arzt- und Therapie- Termine, einer sechswöchige Reha und einem Behindertenausweis mit einem Grad der Behinderung (GdB) von 50%.

Antidepressiva: Depression und Zunahme gehen einher

Bis Ende 2010 war ich eigentlich immer relativ schlank. Dann habe ich, im Zuge der Depression und vermutlich durch die Einnahme von Antidepressiva ab Anfang 2011 innerhalb kürzester Zeit mindestens 30 Kilo zugelegt. Irgendwann mochte ich nicht mehr auf die Waage gehen. Die Antidepressiva scheinen meinen Stoffwechsel lahmgelegt zu haben, denn obwohl ich nichts an meiner Ernährung geändert hatte, waren plötzlich die Kilos auf der Hüfte.

Das lässt sich bei mir sehr schön nachvollziehen, denn ich führe seit 2008 Tagebuch bei FDDB. Ursprünglich übrigens aus anderen Gründen: meine Hausärztin befürchtete damals, ich würde in die Magersucht rutschen mit dem BMI knapp um die 18. Ich hab nie wirklich gesund gegessen. Weder vor den Antidepressiva, noch danach.

Ich aß normal-ungesund mit viel Fertiggerichten, Lightprodukten, das leckere belegte Baguette aufm Weg, so eben. Meine Küche war immer eher so eine Attrappe. Nichts Frisches (‚wird eh alles schlecht‘), der Kühlschrank mehr oder weniger leer, Schränke voll mit Nudeln und Fertiggerichten, – Soßen und so weiter.

Ich lebe allein lebe und da nie jemand von meinem Essen aufwachsen oder überleben musste, sind meine Koch- und Küchenprioritäten über die Jahre in den pragmatischen Bereich gerutscht. Mikrowelle und Backofen wurden genutzt, frei nach dem Motto: Nudeln (mit Fertigsoße oder Ketchup) machen, Pizza in den Ofen schieben und Mikro anstellen – das gilt auch als Kochen. Bis 2011 ging das so auch gut.

Dann waren sie plötzlich da, die Kilos. So etwas von hartnäckig. Habe mir dann prompt einen Diabetiker-Pass eingehandelt, ‚nur‘ mit Vorstufe mit HbA1C (Langzeitblutzucker) von über 7, katastrophalen Nüchternwerten, steigendem Blutdruck und schlechten Laborwerten.

Das war ein Schock für mich.

Meine Hausärztin riet mir damals dazu, völlig auf Kohlenhydrate zu verzichten und so schnell wie möglich mindestens zehn Kilo (nette Untertreibung, 30 hätten besser gepasst…) abzunehmen. Da ich damals überhaupt noch keinen Schimmer von Low Carb hatte, war ich total sauer auf sie, die ‚Ahnungslose‘. Ich dachte: „Weiß doch jeder, dass der Mensch Kohlenhydrate braucht“…

…ein paar Jahre zogen ins Land und es tat sich natürlich NICHTS, was mein Gewicht oder meine Gesundheit angingen. Mein Gewicht ging auch noch weiter rauf. Im Sommer 2014 war ich psychisch wieder stabil und konnte und wollte meine Krücken, die Antidepressiva, ablegen.

In acht Wochen habe ich die Medikamente ausgeschlichen, in der stillen Hoffnung, dass mein Stoffwechsel wieder aus seinem Koma erwacht. War natürlich nicht so ;-( Meine Urlaubsfotos vom Oktober 2014 (siehe im Artikelbild das „vorher“-Bild) haben mir dann den Rest gegeben… habe mich soooo geschämt. Ich war sehr unglücklich und mein Leidensdruck stieg ins Unermessliche.

Im November 2014 bin ich zufällig durch ein paar Facebook-Abnehmgruppen über Low Carb High Fat gestolpert. Auf lchf.de hab ich gelesen, verschlungen, inhaliert… irgendwas daran hatte mich voll ‚angefixt‘. Ich fand das alles total interessant und vor allem relativ einfach.

Je mehr ich mich schlau gemacht hab, umso klarer war mir: YEPP – genau das isses!!! Und dann hab ich von 0 auf 100 mit LCHF angefangen!!! Klar hab ich nicht gleich alles richtig gemacht. Aber ich hab wenigstens angefangen! Was ich glaub ich gut gemacht hab: ich hab mich total darauf eingelassen – egal wie suspekt sich manches erst einmal anfühlt. 

Ich habe alles, was ich bis dahin über vermeintlich ‚gesunde‘ Ernährung wusste (fettarm, du brauchst Kohlenhydrate und Obst) über Bord geschmissen und auch alle Leidenschaften für Nudeln, Brötchen und meine Küchenfaulheit!

Ich habe erst einmal meine Küchenschränke und Hauswirtschaftsraum und Kühltruhe entmüllt… nein, ich hab die Sachen nicht weggeworfen (das tut man nicht mit Lebensmitteln!!!) über die drei Mal 60 Liter ‚Müll‘beutel haben sich Bekannte, Nachbarn und Familie gefreut. Ist ja kein Gift, was ich in meinem Haushalt hatte, sondern nur Lebensmittel, die für mich vielleicht nicht gut sind.

Ein stiller Start mit LCHF

Ansonsten hab ich übrigens niemandem von ‚meinem Plan‘ erzählt. In den ersten Wochen ist es auch nicht wirklich aufgefallen, dass ich mich mit ‚anders essen‘ ‚durch geschummelt‘ hab ;-). Noch etwas, was wohl gut für den sehr positiven Verlauf meines Vorhabens war: ich wollte mir selbst beweisen, dass ich es schaffen kann! Ohne Wenn und Aber.

Einmal in meinem Leben etwas von Anfang an richtig und konsequent ‚durchziehen‘! Ohne Ausnahmen, ohne Schummeleien. Ich sagte mir, dass ich sonst nie erfahren kann, ob es funktioniert. Deshalb fing ich auch wirklich in der Infophase an und nicht „morgen“, nicht „nächste Woche“, nicht „ab Dezember“, nicht „nach Weihnachten“, nicht „im neuen Jahr“… sondern heute hier und jetzt!

Und zwar auch gleich knallhart mit komplettem Zuckerentzug. Das fiel mir allerdings auch nicht schwer, denn geschnökert hab ich auch vorher schon nicht so viel und hatte kaum Süßigkeiten zu Hause. Ich hab versucht, meine Ernährungsumstellung (das war es für mich von Anfang an…also keine temporäre Wunderdiät o.ä.) für mich so einfach wie geht zu gestalten.

Aus den Listen, die überall kursieren, was ich essen darf und was nicht, hab ich mir die Lebensmittel herausgefischt, die ich sowieso mag und die ich ohne größeren Aufwand beschaffen kann, also in meinem Supermarkt.

Gemüse, Käse, Sahne, Quark, Mascarpone, Fleisch, Fisch, Butter – all die stinknormalen Sachen. Musste auch gar nicht groß überlegen, was ich damit anstelle *lacht* bei den Massen an Rezepten und Ideen auf all den Internetseiten und Facebookgruppen. Und das, obwohl ich ja mein Leben lang kaum richtig gekocht hatte. Meine eigene Fantasie, was ich wie kochen könnte, kam mir da sehr entgegen.

Und mein Etiketten-Nährwertangaben-Studium begann. Nicht ein Produkt landete in meinem Einkaufskorb, das mehr als 10g Kohlenhydrate pro 100 Gramm hatte – meist deutlich weniger. Auch die anderen Inhalte der Lebensmittel wurden strikt unter die Lupe genommen.

Das Schöne war, durch meine Einstellung und Neugier auf das, was da nun passieren ‚könnte‘, konnte ich offen, ohne Leiden, ohne Zweifel oder Verzweifeln an das alles herangehen.

Kein Gefühl von Verzicht bei Low Carb High Fat

Wie gesagt: mein Leidensdruck war wohl so hoch… obwohl nun ja die Vorweihnachtszeit anfing, blieb ich einfach dabei. Ohne das Gefühl zu haben, auf irgendetwas verzichten zu müssen. Ja, in meinem Kopf war alles so klar, der Weg, den ich gehen wollte. Gott sei dank!

Die jährliche Lecker-Weihnachtsplätzchen-Ladung (drei große Dosen mit mindestens zehn verschiedenen Plätzchensorten) von meiner Mama hab ich ohne zu überlegen einfach mit zur Arbeit genommen. Meine männlichen Kollegen sind damit prächtig durch die Weihnachtszeit gekommen – und niemand hat gemerkt, dass ich selbst gar nicht zugegriffen hab ;-).

Mir fiel das alles sooo leicht – eigentlich unglaublich. Ich hatte übrigens am Anfang keine oder kaum Low Carb-Grippe-Erscheinungen. Was ich leider vergessen hatte: zu Beginn auf die Waage zu gehen und richtige Vorher-Fotos zu machen.

Im September 2014, bei der letzten Untersuchung, lag ich um die 90 Kilo bei einer Größe von 1,70 m. Danach kam aber noch eine Frust-Essen-Phase und ein sehr ‚ergiebiger‘ Karibikurlaub, bei dem ich noch mal richtig zugeschlagen hatte. Es werden also wohl noch ein paar Kilo mehr gewesen sein, denke ich, knapp unter 100.

Mitte Dezember, also nach 6 Wochen LCHF, hatte ich meinen viertjährlichen Labor-Check. OK, ich hatte schon gemerkt, dass sich bei mir was tut. Die Klamotten saßen lockerer, ich fühlte mich allgemein fitter, eine Kollegin hatte mich sogar angesprochen, dass ich ja ganz schön abgenommen hab.

HbA1c-Wert mit Low Carb High Fat wieder im Normalbereich

Ergebnisse: Blutdruck nach langer Zeit normal! HbA1c: 5,9!!! Nüchternblutzucker: prima! Gewicht: 82! Klar immer noch zu viel, aber ich war aus dem adipösen Bereich raus und nur noch ‚übergewichtig‘.

Der Erfolg beflügelt ungemein, glaubt mir!!!

Weihnachten fand dann im Familienkreis statt. Meine Schwester, die ich nur alle paar Monate sehe, sagte gleich zur Begrüßung: „Du hast ja toll abgenommen!!! Wie hast du das denn geschafft? Klasse!“

Man selbst sieht den Unterschied ja gar nicht so schnell, finde ich. Das geht mir auch heute noch so. Im Spiegel sowieso nicht. Nur auf Fotos… und das ist wirklich erschreckend im nachhinein betrachtet.

Wir haben über Weihnachten viel über meine Ernährungsumstellung gesprochen… und es wurde von meinen Lieben total positiv aufgenommen. Zu dem Zeitpunkt stand natürlich schon für mich fest: mich für LCHF zu entscheiden, war das Beste, was mir passieren konnte!

Und es fiel mir weiterhin leicht und die Erfolge motivieren natürlich ungemein, weiterzumachen! Bin mit 80,2 kg ins neue Jahr gegangen. Ab Ende Februar/Anfang März wurde die Abnahme optisch immer deutlicher.

Ich sah immer sehr aufgeschwemmt aus, v.a. im Gesicht. aber auch Hände, Füße, Arme, Beine, Bauch… alles war wie ‚aufgepumpt‘. Mit LCHF ging das ganze Wasser weg. Es gab einen richtigen optischen Schub bei mir – selbst wenn das Gewicht eigentlich nur mäßig – aber ok – runterging.

Früher hatte ich ab und zu mal Kopfschmerzen, auch mal Sodbrennen… meine Verdauung lief so ‚la-la‘, ich hatte immer Schulter-Nacken-Verspannungen (vielleicht auch durch das Wasser im Körper?). Alle Beschwerden sind wie weggeblasen!

Ende März lag ich bei 74 Kilo, noch immer im Übergewicht. Aber meine Hosen rutschten nicht, sie fielen einfach stumpf runter. Meine nächsten Labor-Ergebnisse: HbA1c bei 5,6, alle Werte auch positiv entwickelt. YESSSS!

Nun trauten sich so langsam auch immer mehr Menschen in meinem Umfeld, mich auf die Gewichtsabnahme anzusprechen. Ich hatte bis dahin weiterhin nicht erwähnt, dass ich meine Ernährung umgestellt hab.

Mit LCHF kommt Sättigungsgefühl zurück

Im Sommer hab ich aufgehört zu tracken. Ich hatte zuverlässig mein Körper-Hunger- und Sättigungsgefühl wiedererlangt. Mein Gewicht ist noch ’n bisschen runtergegangen, auch mit Pausen zwischendurch.

Seit September 2015 bin ich im oberen Normalgewicht: YESSS!!! Und es passiert nix mehr. Aber das finde ich überhaupt nicht schlimm. War doch für meinen Körper voll die Strapaze… da soll er sich gern von erholen. Ich hab einen dreiwöchigen Karibikurlaub, selbstverständlich LCHF, locker überstanden. Und zum ersten Mal beim Kofferschleppen über Bahnhöfe und Flughäfen ohne die sonst üblichen Schweißausbrüche und kurz vorm Herzkasper.

Ich hab das so verinnerlicht – unglaublich! Alles ist so selbstverständlich, ich vermisse weiterhin nichts. Vor allem: mir geht es so verdammt gut mit all den ‚Nebenwirkungen‘, darauf möchte ich ‚nie nicht wieder’ verzichten!!!“

LCHF wirkt sich bei Depression positiv aus

Als ich Carola mitteile, dass ich das Thema „Low Carb High Fat und Depression“ gerne anhand ihrer Geschichte aufgreifen möchte, legt sie dazu noch einmal per eMail nach:

„LCHF wirkt sich bei Depressionen meiner Ansicht nach wirklich positiv aus. Ok, ok, es mögen auch die positiven ‚Nebenwirkungen‘ sein, wie halt bei mir tolle Laborwerte, ich bin gesünder, durch die Gewichtsabnahme fühle ich mich natürlich viel wohler, schöner ;-), fitter und ich bin deutlich selbstbewusster als in den schlimmen Zeiten.

Menschen aus meinem Umfeld sagen mir sehr oft, dass ich nun wieder eine richtig tolle Ausstrahlung habe, wirklich richtig ’strahle‘, offener bin – lustig sowieso.“

Leser und Leserinnen, die weiter recherchieren mögen, folgen am besten diesem Link hier, den Carola beigesteuert hat: http://www.examiner.com/article/low-carb-ketogenic-weight-loss-diet-may-ease-depression-and-bipolar-disorder Liebe Carola, ich danke Dir sehr, dass Du Deine Geschichte hier so offen teilst. Sie wird vielen Menschen, ob mit oder ohne Depression, auf dem eigenen Weg helfen, da bin ich mir sehr sicher. Deine Entschlussfreude, Deine Eigenmotivation und Überzeugungskraft sind mitreißend. Für Dich alles Gute weiterhin, aber da mache ich mir keine Sorgen ;)

 

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