LCHF und Männer: „Fühle ich mich genial“

LCHF und Männer: „Fühle ich mich genial“

Ich liebe es ja, plötzlich eMails meiner Leser im Postfach vorzufinden, die sich ein Herz fassen und einfach einmal ihre Geschichte oder mit ein paar Zeilen auf einen Newsletter antworten – so wie ein Leser im August. Ich hatte die Termine für meine freien LCHF-Webinare bekannt gegeben und Martin S. aus G. antwortete:

Sei bitte nicht enttäuscht, dass ich mich nicht bei dir anmelde, aber ich mache LCHF seit dem 28.12.2013 und fühle mich seither genial.“ Martin S.

Dieses Argument lese ich immer wieder, und ich lese es immer wieder gerne – ist doch super, wenn LCHF ganz von alleine und erfolgreich klappt. „Gewichtsabnahme war eigentlich gar nicht mein Ziel“, schreibt mir der 49jährige Textilingenieur im Anschluss und sendet eine eMail über seinen Weg, die ich hier gleich als Protokoll ziemlich 1:1 gerne weiter gebe. LCHF und die Männer – dazu gibt es immer wieder tolle Erfolge zu berichten.

Eine eMail von Martin endet mit „auf dem Weg nach Teheran“ – auf meine Nachfrage, wie denn LCHF dort und auf Reisen so klappt, kommt ein guter Reisebericht, den ich ebenfalls hier noch einstellen werde.

„Seit ich etwa 20 Jahre alt war, litt ich unter IBS (Irritable Bowel Syndrome /Reizdarm), hatte pro Jahr 100-120 Tage mit Durchfall zu tun. Hinzu kam, dass ich schlecht schlief, durch konstante Nervosität meine Fingernägel abknabberte.

Das schlechte Einschlafen bedeutete stundenlanges Wachbleiben mit einer Fülle an sich wiederholenden Gedankengängen; eher negativen Gedankenschleifen, die nirgendwohin führten.

In rund zwei Drittel der durchlebten Nächte hatte ich lediglich drei bis vier Stunden Schlaf. An Durchfall-Tagen, die ja recht häufig waren, musste ich auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten, was ich auch tat.

Wenn ich wieder mit dem Essen anfing, zuerst nur Dinge, die leicht zu verdauen waren, oder die die Verdauung nicht belasten: Salzstangen, warme Cola etc.. Also nichts, was mit Fett belastet war. Dann Zwieback usw, da ich meinte, so die Säure entfernen zu können, die sich bei den Attacken durch meine Därme begab.

Von den verschiedenen Hausärzten wurde ich darauf hingewiesen, dass sich mein Magen aufgrund meiner Reisetätigkeit unter ständigem Stress befände. Außerdem sei gegebenenfalls eine psychologische Betreuung angesagt.

Um besonders während meiner Reisen nicht immer auf eine Toilette angewiesen zu sein, war mein Verbrauch an entsprechenden Einhalt gebietenden Medikamenten recht beträchtlich. Die Wirkung hat mich einige Flugreisen als auch unendliche Aufenthalte in Verkehrstaus überleben lassen.

Allerdings vermute ich, dass diese recht häufige medikamentöse Entwässerung die Bildung meines Gallensteines unterstützt hat, den ich nun mit mir herumtrage (beschwerdefrei): 2,1 cm im Durchmesser und nun seit zehn Jahren recht konstant.

Der 28.12.2013 war der Tag, an dem sich viel bei mir veränderte.

Die drei Tage zuvor hatte ich ein Buch gelesen, dass ich zufällig im Internet gefunden hatte: „Leben ohne Brot“ von Dr. Lutz, dem österreichischen Mediziner, der in diesem Buch über die Ergebnisse seiner empfohlenen Ernährungsumstellung an seinem Patientenkreis schreibt.

An dem Tag habe ich auf seine Ernährungsempfehlung umgestellt. Schwupps! Nach vier Tagen war ich beschwerdefrei. Was für eine Offenbarung.

Das habe ich natürlich beibehalten. Nach dem Lesen weiterer Bücher bin ich mehr zur ketogenen Ernährung gekommen. In den sieben Monaten nach der Ernährungsumstellung hab ich mein Gewicht reduziert von 107 kg auf 88 kg: das ist ein Gewicht aus den Zeiten vor meinem Studium, herrlich.

Hinzu kam, dass ich nun unendlich gut schlafe, ja sogar im Flugzeug so schlafen kann, dass ich vom Personal vor der Landung geweckt werden muss.

Besonders auf den Reisen, die ich beruflich zu tun habe, ist es klasse, dass ich nun nur noch ein schönes fettes Frühstück zu mir nehmen muss (mit Butterkaffee) und dann erst wieder abends etwas.

Meine Blutwerte zeigten einen schönen Abfall von Triglyceriden auf 90 mg/dl, vor zehn Jahren war ich bei 250 gewesen.

Gesamt-Cholesterin ging gerade in der Abnehmphase etwas hoch, da der Körper so vorsichtig damit umgeht. Die aus den Fettzellen freigesetzten Cholesterin-Mengen werden ja nun mal nicht einfach entsorgt, sondern konstant recycliert und recht allmählich herunter gefahren. Dies beunruhigt mich allerdings nicht all zu sehr.

Ein Anstieg von HDL auf 68 (von 37 mg/dl) und ein Verhältnis von Apolipoprotein B zu A1 von lediglich 0,6 ist, was ich sehen wollte.

Dies passt ja auch zusammen mit all den Ergebnissen von Dr. Westman sowie Dr. Phinney and Dr. Volek als auch Prof. Tim Noakes. Sehr interessant zum Thema Cholesterin unter anderem ist auch immer wieder Dr. Zoe Harcombe.

Des weiteren habe ich Vitamin D zusammen mit Vitamin K supplementiert als auch ganz schön viel Leber gegessen und bin vom Mangel an 25-OH-Vitamin D von 30 mikro g/l auf 82 gekommen. Mal schauen, was die nächste Untersuchung sagt.

Eine weitere, echt gute Seite mit reichlich Information ist dietdoctor.com mit Dr Andreas Eenfeldt; da bin ich wohl täglich zum Lesen. Es wäre gut, es gäbe so etwas in deutsch. Zur Zeit lese ich Dr. Jason Fung „The obesity code“.

Aber wie du schon gemerkt hast, bin ich entsetzt über die Haltung deutscher Institutionen und Ärzteschaft zu diesem Thema im besonderen, aber auch in manchen anderen Ländern. Der Wandel wird wirklich lange dauern.

Mein Vater ist seit 40 Jahren Diabetiker. Er käme niemals auf die Idee, LCHF zu testen, da er diese Angst vor Hypoglycamien (Unterzuckerung) hat, die er ja eigentlich nur bekommt, weil er sich ständig Insulin spritzt. Da er ständig einen hohen Insulingehalt hat, ist bei ihm HGH niedrig, dass er eigentlich zum Muskelaufbau bräuchte; muskulär baut er ab. Und sein Arzt sagt ihm, das wäre wegen des Alters. So ein Quatsch.

Ich habe leider keine Handhabe, ihn umzustimmen. Ich hänge nämlich der Theorie an, daß der Körper die Produktion von anabolen Hormonen herunterfährt (HGH), wenn eines schon ständig vorliegt: Das Insulin.“

Da mir Martin in vielen Punkten aus der Seele spricht, habe ich seine Gedanken hier gerne aufgenommen. Es ist seine Meinung und seine Erfahrung und ich möchte ganz klar dazu sagen, dass vor allem im Bereich der selbstbestimmten Auseinandersetzung mit Ernährung und der eigenen Gesundheit jeder selbst entscheiden muss, wie er sich zum Zweck des gesundheitlichen Wohlbefindens ernährt.

“Martin hat die Macht zurück gewonnen über seine Gesundheit“

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– durch pures Umstellen der Ernährung auf Low Carb High Fat. Seine Werte und seine Entwicklungen sprechen wieder einmal ein deutliche Sprache pro LCHF und pro ketogene Ernährung.

Mein letzter Gedanke dazu: Ist Diabetikern zu helfen, die den körperlichen Abbau im Alter als typische Entwicklung des Diabetes hinnehmen? Ich bin mir sehr sicher: Ja. Doch den Mut, wirklich umzustellen von einer an Kohlenhydraten (KH) orientierten Ernährung auf eine KH-reduzierte Form – diesen Mut hat leider nur eine Minderheit.

Wenn die Ärzte erklären: Die Folgen werden schlimmer mit der Zeit, dann nehmen Menschen dies hin.

Mir unverständlich.

Wie wir dagegen angehen können? Durch stete Wiederholung der Botschaft, die eventuell irgendwann durchsickert. Ob zuerst beim Arzt oder beim Patienten, bleibt abzuwarten.

Danke Dir auch dafür, lieber Martin.